GMTH

›Klang‹: Wundertüte oder Stiefkind der Musiktheorie

16. Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)

30. September bis 2. Oktober 2016

Veranstaltet von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

Der Klang ist in der Musiktheorie angekommen. Ob im Bereich der Neuen Musik, der Pop- und Rockmusik, der Hochromantik: In all diesen Bereichen zeichnet sich – ausgelöst möglicherweise durch Entwicklungen innerhalb der musikalischen Post-Avantgarde – auch im analytischen und theoretischen Schrifttum, bis hinein in den Kanon universitärer Studiengänge, eine Tendenz ab, den Klang als das anzuerkennen und zu diskutieren, was er immer schon war: als zentrale, unvermeidbare Kategorie von Musik. Dabei ist nach wie vor unklar bzw. umstritten, was im Einzelfall unter Klang zu verstehen sei – eine ›Klangfarbe‹, ein Geräusch, ein Akkord, ein Komplex aus harmonischen, instrumentalen, figürlichen, rhythmischen Bestimmungen oder aber eine Wundertüte, aus der sich jeder herausnehmen darf, was er mag? Was unterscheidet musikalischen von außermusikalischem Klang, und mit welchem begrifflichen Instrumentarium ist den unterschiedlichen Bedeutungsvarianten beizukommen, will man über eine rein assoziative Ebene hinausgelangen? Indem wir den Klang in all seiner begrifflichen Offenheit zum Thema eines Jahreskongresses der GMTH machen, wollen wir einerseits die Möglichkeiten und Probleme des Begriffs sichtbar werden lassen, andererseits das Interesse an Klang von der Musik ›seit Berlioz‹ auf die Musik früherer Jahrhunderte übertragen. Es soll dabei um Orchestration gehen, aber auch um all das, was mitschwingt, wenn wir von Klang reden: um die Registrierung von Klängen, um ihre ›Inszenierung‹, ihre Ausbreitung, ihren Zeichencharakter, ihre strukturelle/dramaturgische Funktion, um die Rolle des Klanges bei kompositionsgeschichtlichen Umwälzungen.