GMTH

Populäre Musik und ihre Theorien

Begegnungen – Perspektivwechsel – Transfers


17. Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)

27. Arbeitstagung der Gesellschaft für Popularmusikforschung (GfPM)


17.–19. November 2017 (Fr–So)

Universität für Musik und darstellende Kunst Graz (Kunstuniversität Graz / KUG)

Kongressleitung

Christian Utz, Institut 1: Komposition, Musiktheorie, Musikgeschichte und Dirigieren

André Doehring, Institut 16: Jazzforschung



Die zunehmende Auseinandersetzung der Musikforschung mit populärer Musik ging mit einer verstärkt kulturwissenschaftlichen Ausrichtung einher und hat dabei die Rolle der Musiktheorie im Kontext der Popularmusikforschung nachhaltig hinterfragt. Im englischsprachigen Raum gibt es – mit Vorläufern seit den 1970er Jahren und auf der Basis der 1998 gegründeten Popular Music Interest Group innerhalb der Society of Music Theory (SMT) – heute einen vielfältigen Diskurs zur Theorie und Analyse populärer Musik, dennoch wird bisweilen auch hier noch ein »lack of […] intellectual interface between music theory and the rest of the popular music studies community« (Serge Lacasse 2015) diagnostiziert. Im deutschsprachigen Raum werden theoretisch-analytische Akzente bis heute in der Popularmusikforschung vergleichsweise selten gesetzt.

Dabei sind sowohl Popularmusikforschung als auch Musiktheorie sich immer stärker diversifizierende und differenzierende Disziplinen, deren potenzielle Synergien unübersehbar sind. Dazu zählen ein gemeinsames Interesse an der Verbindung (struktur-)analytischer Erkenntnisse mit Rezeptions- und Aufführungsdimensionen, die Erkenntnis der Modellhaftigkeit vieler Popular- und ›Kunstmusik‹-Stile sowie das Desiderat, Wechselwirkungen zwischen Schemata, Satzmodellen und Klang in der komponierten Musik seit dem Barock und jenen in populären Genres zu untersuchen. Nicht zuletzt können Impulse aus Jazztheorie und Jazzforschung diese Synergien ausbauen, etwa bei der Fundierung einer Satz- und Formtheorie populärer Musik.

In dem ersten gemeinsamen Kongress der Gesellschaft für Popularmusikforschung (GfPM) und der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH) soll solchen Synergien nachgegangen werden, wobei in vielfältiger Weise an frühere Veranstaltungen beider Gesellschaften angeknüpft werden kann (u.a. Arbeitstagung der GfPM 2010 zu »Black Box Pop. Analysen populärer Musik«, International Postgraduate Summer Schools »Methods of Popular Music Analysis« 2011 und 2015 der GfPM sowie GMTH-Kongresse 2009 »Musiktheorie und Improvisation« und 2016 »›Klang‹: Wundertüte oder Stiefkind der Musiktheorie«). Die jahrzehntelange Geschichte des Instituts für Jazzforschung an der Kunstuniversität Graz und der erste in Graz durchgeführte GMTH-Kongress zum Thema »Musiktheorie als interdisziplinäres Fach« (2008) bieten weitere Anknüpfungspunkte. Diese Begegnung von GfPM und GMTH soll über bestehende Repertoiregrenzen hinaus einen breiteren Korpus zur Diskussion stellen (Jazz, elektronische (Tanz-)Musik, improvisierte Musik, afroamerikanische populäre Musik usw.) und zu neuen Formen interdisziplinärer Kooperation motivieren.

Der Call for Papers wird im Februar 2017 veröffentlicht.