GMTH

Call for Papers

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MUSIK VERSTEHEN?

20. Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)

01.-04. Oktober 2020
Hochschule für Musik Detmold

Die Frage: „Kann man Musik verstehen?“ ist sicher so alt wie die ausführende und nachvollziehende Beschäftigung mit Musik selbst.
Wie und auf welchen Ebenen äußert sich Musikverständnis (begriffliches und begriffsloses Verstehen)?
Welche Beurteilungsinstanzen gibt es (Ohr, Verstand, Wissen)?
Was kann man über Musik lernen - und wie kann man dieses Wissen vermitteln?

Der diesjährige Kongress der GMTH möchte Themen und Aspekte beleuchten, die im Zusammenhang mit den verschiedenen Ebenen des Verstehens von musikalischen Einzelaspekten sowie Kunstwerken und Theorien in ihrer Ganzheit stehen. Der besonderen Relevanz methodischer, historischer und analytischer Ansätze sowie der Rolle digitaler Medien für die Fragestellung wird in drei Sektionen Rechnung getragen, die durch eine freie Sektion ergänzt werden:

Sektion 1: Didaktik und Methodik des Musikverstehens

Musikverstehen ist ein vielschichtiger Prozess, dessen Gelingen in der Regel durch ein optimales Wechselspiel von Wissen über musikalische Strukturen und Hintergründe, musikalischer Notation, Hörfähigkeit sowie haptischen instrumentalen bzw. gesanglichen Erfahrungen gefördert wird. In diesem Zusammenhang ergeben sich im Hochschulbereich neue Herausforderungen durch musikalisch heterogen sozialisierte Studierende, gesellschaftliche Veränderungen oder neue Berufsfelder und Erwerbsbiographien, welche neue Lösungen auch für den Musiktheorie- und Gehörbildungsunterricht erfordern. Zudem wird die Nachhaltigkeit des Kompetenzerwerbs sowie die Anwendungsbezogenheit des Musiktheorie- und Gehörbildungsunterrichts immer wieder in Frage gestellt. Dies betrifft gleichermaßen die Anschlussfähigkeit zur künstlerischen Praxis wie auch (speziell in musikpädagogischen Studiengängen) die didaktische Relevanz. Schließlich bietet die digitale Transformation fortwährend neue Möglichkeiten für innovative Lehrprozesse (z. B. Blended-Learning- und Flipped-classroom- Konzepte, MOOCs und Online-Tutorials, Open-Educational Ressources) und für fächerübergreifende Kompetenzvermittlung.

Mögliche Themenfelder:

  • Fragen und Forschungsansätze zum Verstehensprozess von Musik

  • Innovative Lehrkonzepte, die auf die Herausforderungen einer sich ändernden Studierendenschaft oder auf neue Erwerbsbiographien reagieren

  • Nachhaltige Kompetenzvermittlung oder zielgruppenspezifisches Lehren und Lernen in der Musiktheorie und Gehörbildung

  • Fallbeispiele für den Einsatz digitaler Techniken in der Lehre

Sektion 2: Verstehens-Auffassungen im historischen Wandel

Die Musikanschauung und musikbezogene Theoriebildung einer Epoche (einer Stilrichtung, einer Schule, eines Komponisten oder einer Komponistin) offenbart deren geschichtliche, kulturelle und soziologische Verankerung ebenso wie die Veränderung des musiktheoretischen Diskurses und des fachlichen Selbstverständnisses im historischen Verlauf. Insofern ist das Verstehen von sowie das Sprechen und Schreiben über Musik immer an einen spezifischen Kontext gebunden und stetiger Veränderung unterworfen. Wie äußern sich das Verstehen von Musik und die Tradierung des Denkens und Wissens über Musik in den musiktheoretischen Schriften der verschiedenen Epochen? Wie verändert sich das Denken in sowie das Sprechen und Schreiben über Musik im Laufe der Musikgeschichte, und inwiefern spiegelt sich dieser Wandel in der Geschichte der Musiktheorie und der Hörerziehung?
Welche Rolle spielen musikpsychologische Aspekte und die jeweilige Musikästhetik für das Verstehen von Musik? Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf das musikalische Denken, auf die Theoriefähigkeit von Musik und Verstehensprozesse bei ihrer Rezeption?

Mögliche Themenfelder:

  • Der Musikbegriff und die musikalische Theoriebildung im Spiegel der Zeit

  • Beiträge zur Geschichte der Musiktheorie und der Hörerziehung

  • Musikphilosophische Ansätze

  • Beiträge zur Musikästhetik und zum musikalischem Denken

  • Historie und Systematik als Kategorien des Musikverständnisses

Sektion 3: Analyse und Werkverständnis

Im Fokus der Sektion „Analyse und Werkverständnis“ stehen weniger Theoriebildungen als vielmehr analytische Zugänge zum individuellen Werk. Unabhängig von Fragen der Stilistik, des Genres oder der Epoche sind Beiträge gewünscht, bei denen das am Ende veränderte und vertiefte Verständnis einer Komposition besonders deutlich wird: ob neue oder alte Musik, „Kunst“- oder „Gebrauchsmusik“, europäische oder außereuropäische, notierte oder improvisierte Musik. Wie passt sich das analytische Instrumentarium seinem Gegenstand an, und inwieweit muss es, z.B. im Falle der Konzept-Kunst, unter Umständen neu entwickelt werden? Frei nach Goethes Maxime „Es hört doch jeder nur, was er versteht“ können in dieser Sektion auch Beiträge eingereicht werden, die sich höranalytischen Fragestellungen widmen: Wie lassen sich komplexe musikalische Zusammenhänge auditiv erfassen, welche Möglichkeiten bietet die Höranalyse gegenüber dem Partiturstudium und welche Grenzen sind ihr demgegenüber gesetzt? Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen subkutan im Notentext angelegten Strukturen und ihrer Hörbarkeit?

Mögliche Themenfelder:

  • analytische Beiträge zum vertieften Musikverständnis von Musik aller Epochen und Genres
  • Die Rolle des Hörens für das Musikverstehen
  • Notation und Musikverstehen
  • Entwicklung adäquater, am Werk ausgerichteter Analysekriterien und –methoden
  • Die Rolle der Musikpsychologie für den Vorgang des Musikverstehens

Sektion 4: Freie Sektion

Formate und Bewerbung

Einzelvortrag:
20 min Vortrag & 5 min Diskussion

  • Abstract (max. 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • Biographie (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Panel:
60 min, 90 min oder 120 min
Von der Panel-Leitung einzureichen:

  • Zusammenfassende inhaltliche Darstellung mit den Titeln aller Beiträge (ohne Nennung der Teilnehmenden) sowie dem Zeitplan (max. 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • Biographie (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Von den Teilnehmenden separat einzureichen:

  • Abstract mit Hinweis auf den Titel des Panels (max. 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • Biographie (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Workshop:
60 min, 90 min oder 120 min

  • Abstract und Darstellung des geplanten Formats (max. 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • Biographie (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Buchpräsentation:
Poster session

  • Abstract (max. 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • Biographie (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Die Auswahl der Beiträge erfolgt mittels eines anonymisierten Verfahrens (double-blind peer review). Alle Beiträge sind A N O N Y M I S I E R T einzureichen: Die Abstracts dürfen keine Namen, Adressen oder sonstige Details beinhalten, die Rückschlüsse auf die Autor*innen erlauben.

Konferenzsprachen und Sprachen der Abstracts sind Deutsch und Englisch. Alle Bewerbungen sind einzureichen bis zum 1. Juni 2020.

Das entsprechende Formular zur Online-Einreichung von Beiträgen folgt an dieser Stelle in Kürze.