GMTH

Call for Papers

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Notation

Schnittstelle zwischen Komposition, Interpretation und Analyse

XIX. Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie

4.–6. Oktober 2019
Zürcher Hochschule der Künste, Pfingstweidstrasse 96, 8005 Zürich

Für das Organisationskomitee:
Christian Strinning, Felix Baumann, Philippe Kocher, Pierre Funck

Keynotes:

Cristina Urchueguía (Bern)
Richard Cohn (Yale)
Sandeep Bhagwati (Montreal)

Unbeschreiblich

Dreitausend Schreiber auf Teppichen saßen
Und rührten den Bart mit der Feder;
Sie schrieben, schrieben so manchen Tag,
Daß grau geworden die Bärte,
Daß trüb geworden die Augen längst
Und längst erkrummet die Finger;
Wer aber, was sie geschrieben, liest
Und liest das, was sie geschrieben,
Der spricht: Ist es ein Schatten wohl?
Oder ist es der Schatten des Schattens?

(Annette von Droste-Hülshoff)

Ob auch unsere Notenschrift lediglich der Schatten eines Schattens ist, sei dahingestellt. Zustimmen würde vielleicht John Cage – zumindest insofern, als «the music is there bef Ore | it is writte N».
Auch Robert Schumann beginnt seine Musikalischen Haus- und Lebensregeln nicht mit dem Verstehen von «Musik auf dem Papier», sondern mit der «Bildung des Gehörs». Ist aber «Hören nur etwas, das am Akustischen einsetzt?» oder ist es – wie es Dieter Schnebel vorschwebt – erst die Schrift, welche «den lesenden Hörer (den hörenden Leser) zur Musik der Klänge führt, die uns umgibt, aber ihn auch auf die Spur jener imaginären Musik setzt, welche sich ständig in uns bildet, nämlich aus realen wie irrealen Klängen hervorwächst?»
Aus der Perspektive der Vermittlung stellt sich die Frage danach, «was die Medien dem Gegenstand ‹antun›» (Paul Heimann) respektive wie man mit der von Karl R. Popper konstatierten «Transzendenz der Darstellung» umgehen soll.
Nicht zuletzt ist Notation eine Aufforderung – mit den Worten Richard Barretts «Notation is an invitation to collaborate.»

Notation – Schnittstelle zwischen Komposition, Interpretation und Analyse ist das Thema des 
XIX. Jahreskongresses der GMTH, zu dem wir Sie herzlich nach Zürich einladen möchten.
Wir freuen uns auf Beispiele, Analysen, Methoden und Technologien :

Welche Rolle spielt Notation für das Komponieren heute und früher? Wie und was notieren wir, wenn wir unterrichten? Wie stellen wir Analyse dar? Welche Wege führen von der Partitur zur Musik und wie hält man das «Erlebnis Musik» fest?
Was kann Notation, was soll sie und wozu verleitet sie uns als Komponist•innen, Interpret•innen, Lernende und Lehrende?

Sektionen

1. Notation zwischen Lehren und Lernen

Darstellung von Musik und Analyse im Unterricht, im wissenschaftlichen Diskurs und in der Kulturpädagogik: Methoden, Ziele und technische Hilfsmittel.

2. Notation zwischen Erfinden und Schreiben

Rolle von Notation im Kompositionsprozess. Erweiterung konventioneller Notation und alternative Notationskonzepte.

3. Notation zwischen Lesen und Spielen

Ansätze und Strategien im interpretatorischen Umgang mit dem Notentext.

4. Notation zwischen Hören und Visualisieren

Transkription und Hörprotokoll von improvisierter oder traditionell nicht notierter Musik: Bedeutung, Funktion, Methoden und technische Hilfsmittel.

5. Freie Beiträge

Wir ermutigen in allen Sektionen zur Auseinandersetzung mit Musik aus jedweden Epochen und Stilen. Insbesondere auch mit Musik des 21. Jahrhunderts, Filmmusik, elektroakustischer Musik, Jazz, Popularmusik und Freier Improvisation

Formate und Bewerbung

Einzelvortrag:
20 min Vortrag & 5 min Diskussion

  • Abstract (max. 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • Biographie (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Panel:
60 min, 90 min oder 120 min
Von der Panel-Leitung einzureichen:

  • Zusammenfassende inhaltliche Darstellung mit den Titeln aller Beiträge (ohne Nennung der Teilnehmenden) sowie dem Zeitplan (max. 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • Biographie (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Von den Teilnehmenden separat einzureichen:

  • Abstract mit Hinweis auf den Titel des Panels (max. 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • Biographie (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Workshop:
60 min, 90 min oder 120 min

  • Abstract und Darstellung des geplanten Formats (max. 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • Biographie (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Buchpräsentation:
Poster session

  • Abstract (max. 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • Biographie (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Die Auswahl der Beiträge erfolgt mittels eines anonymisierten Verfahrens (double-blind peer review). Alle Beiträge sind A N O N Y M I S I E R T einzureichen: Die Abstracts dürfen keine Namen, Adressen oder sonstige Details beinhalten, die Rückschlüsse auf die Autor*innen erlauben.

Konferenzsprachen und Sprachen der Abstracts sind Deutsch und Englisch. Alle Bewerbungen waren einzureichen bis zum 8. Mai 2019.

Eine Verständigung erfolgt bis zum 15. Juli 2019 . Rückfragen zur Bewerbung richten Sie bitte an christian.strinning@zhdk.ch.