16. Aufsatzwettbewerb der GMTH 2026
Themenbereiche
Erbeten werden analytisch und/oder theoriegeschichtlich und/oder theoriesystematisch orientierte Einreichungen zu folgenden Themen:
(1) Wagner und die Folgen
Vor 150 Jahren, im August 1876, fanden zum ersten Mal die Bayreuther Festspiele statt. Die Bedeutung dieses Ereignisses für die europäische Kulturlandschaft in ihren verschiedensten Bereichen kann kaum überschätzt werden. Der Aufsatzwettbewerb der GMTH lädt aus Anlass des Jubiläums dazu ein, sich mit dem breiten Themenfeld „Richard Wagner und die Folgen“ auseinanderzusetzen. Willkommen sind Einreichungen mit musikanalytischem Schwerpunkt, gerne kulturgeschichtlich kontextualisiert. Der Gegenstandsbereich wird denkbar weit gefasst: Eine direkte Beschäftigung mit Wagner und seinem Werk ist nicht erforderlich; es sollen aber Bezüge zu den stilgeschichtlichen Entwicklungen erkennbar sein, die durch Wagner wesentlich geprägt wurden – etwa im Bereich der Harmonik, der kompositorischen Sprachbehandlung oder der spartenübergreifenden Konzeption von Kunstwerken. Ausdrücklich begrüßt werden auch analytische Beiträge aus dem Themenfeld der Interpretationsforschung.
(2) Musiktheorie im Umfeld des Nationalsozialismus
Am 29. April 2026 jährt sich zum 50. Mal der Todestag von Wilhelm Maler, einem der prominentesten Musiktheoretiker des 20. Jahrhunderts. Malers Bedeutung für die Theoriegeschichte ist ambivalent: Er hat entscheidend zur Didaktisierung und Etablierung der Funktionstheorie im deutschsprachigen Raum beigetragen, aber auch die langfristig wirksame Verdrängung alternativer Theorieansätze steht in diesem Zusammenhang. Gegenstand kritischer Forschung ist Malers Verstrickung in die Kulturpolitik des Nationalsozialismus (und damit deren Bedeutung für die Fachgeschichte) geworden. Die GMTH lädt aus Anlass des genannten Jahrestages dazu ein, Beiträge zum Thema „Musiktheorie im Umfeld des Nationalsozialismus“ einzureichen. Institutionengeschichtliche Aufsätze sind ebenso denkbar wie Quellenstudien oder Beiträge zur Methodologie; hinsichtlich der konkreten Inhaltlichkeit und Methodik bestehen keinerlei Einschränkungen.
(3) Inhaltlich freie Beiträge
Einreichung
Einsendeschluss ist der 15. August 2026. Bitte laden Sie Ihren Beitrag in einem zusammenhängenden PDF- oder Word-Dokument über das folgende Einreichungsformular hoch:
=> Zum Einreichungsformular
Der Jury werden drei bis vier namhafte Vertreter*innen des Fachs Musiktheorie angehören. Es können Preisgelder im Wert von insgesamt € 1.800.- vergeben werden. Mit einem Preis ausgezeichnete Einreichungen können für eine Publikation in der ZGMTH angenommen werden.
Die eingereichten Beiträge dürfen weder bereits publiziert noch für eine bestimmte Publikation vorgesehen sein. Auch von Doppeleinreichungen (zugleich als Wettbewerbs- und Kongressbeitrag) bitten wir abzusehen. Teilnehmen können alle, die zum Zeitpunkt der Einreichfrist höchstens 35 Jahre alt sind, Musiktheorie im Haupt- oder Nebenfach studieren oder studiert haben und keine Festanstellung besitzen.
Empfohlen wird eine Orientierung an den Formatierungsregeln der ZGMTH. Maximale Zeichenzahl: 25.000 (inkl. Leerzeichen, Fußnoten, Literatur und ggf. Anhang).
Wettbewerbsleitung
Prof. Dr. Cosima Linke (Freiburg), Prof. Dr. Kilian Sprau (Berlin)