Zeitschrift
der Gesellschaft für Musiktheorie

13/1 (2016)

https://doi.org/10.31751/i.41

Autorinnen und Autoren

CARLO BOSI promovierte 2004 mit der von Reinhard Strohm an der University of Oxford betreuten Dissertation The Secular Works of Du Fay and Binchois: Melody, Mode, Sonority, die 2013 unter dem Titel Emergence of Modality in Late Medieval Song: The Cases of Du Fay and Binchois im Verlag Königshausen & Neumann (Würzburg) erschien. Wissenschaftliche Aufenthalte (Postdocs) führten ihn an die Universitäten Jena-Weimar (2004/05) und Trondheim (2006/07), wo er Forschungsvorhaben zur Bearbeitung von Chanson-Zitaten und zu marianischen Offizien im spätmittelalterlichen Skandinavien realisierte. Anschließend folgte ein Research Fellowship an der City University London (2007/09). Seit 2010 findet seine wissenschaftliche Tätigkeit an der Universität Salzburg statt, zunächst im FWF-Projekt »Anleihe und Zitat monophoner Melodien um 1500« (Projektleiterin: Andrea Lindmayr-Brandl), dessen Fortsetzung (»Anleihe und Zitat monophoner Melodien in weltlicher und geistlicher Mehrstimmigkeit um 1500«) er seit 2014 persönlich leitet (http://chansonmelodies.sbg.ac.at). Weitere Forschungsinteressen sind Musik in der Philosophie von Giordano Bruno sowie frühe venezianische Libretti und deren zeitgenössische Literatur.

FELIX DIERGARTEN studierte zunächst Dirigieren, dann Musiktheorie in Dresden. An der Schola Cantorum Basiliensis absolvierte er ein Ergänzungsstudium in Theorie der Alten Musik. 2009 wurde er mit einer Arbeit über die Sinfonik Haydns promoviert. 2017 habilitierte er sich an der Universität Würzburg mit einer Arbeit über französischsprachige Liedsätze des 14. Jahrhunderts. 2008–2009 kam er einer Vertretungsdozentur an der Hochschule für Musik Luzern nach, der er nach wie vor als Dozent verbunden ist. 2009–2016 war er Professor für Historische Satzlehre an der Schola Cantorum Basiliensis. 2016 wurde er auf eine Professur für Musiktheorie und Musikwissenschaft an die Hochschule für Musik Freiburg berufen. Felix Diergarten war Stipendiat des Cusanuswerks, des Richard-Wagner-Verbandes und Preisträger des Merkur-Essaywettbewerbs 2008.

FLORIAN EDLER studierte in Berlin Schulmusik, Geschichte und Musiktheorie und wurde dort 2009 mit einer Arbeit über die Musikanschauung im Schumann-Kreis promoviert. 2015 erfolgte die Berufung auf eine Professur für Musiktheorie an der Hochschule für Künste Bremen. Nebenberuflich tritt er gelegentlich als Pianist und Cembalist auf, zudem arrangiert er Unterhaltungsmusik für Sinfonieorchester. Den 18. Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH), der 2018 in Bremen stattfand, leitete Florian Edler gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Gürsching. Seit 2019 gehört er den Herausgebergremien der Publikationsreihe »GMTH Proceedings« sowie der »Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie« (ZGMTH) an. Im Vorstand der GMTH wirkte er seit 2018 zunächst als Beisitzer mit, seit 2020 ist er Präsident der GMTH.

COSIMA LINKE, geboren 1984, ist seit Sommer 2018 Vertretungsprofessorin für Musikwissenschaft mit einem Schwerpunkt Musiktheorie an der Hochschule für Musik Saar. Sie studierte Schulmusik, Germanistik und Musiktheorie in Freiburg. Von 2012 bis 2017 war sie Lehrbeauftragte für Musiktheorie an der Hochschule für Musik Freiburg, von 2013 bis 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin für Musikwissenschaft an der Universität Freiburg sowie 2017/18 akademische Mitarbeiterin für Musiktheorie und Gehörbildung an der Hochschule für Musik Karlsruhe. 2017 Promotion in Musikwissenschaft zum Thema Konstellationen – Form in neuer Musik und ästhetische Erfahrung im Ausgang von Adorno. Eine musikphilosophische und analytische Untersuchung am Beispiel von Lachenmanns ›Schreiben. Musik für Orchester‹ (Promotionspreis 2016 der GfM). Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Theorie, Geschichte und Methodik der musikalischen Analyse sowie Musikphilosophie. Sie ist seit 2018 Mitherausgeberin der ZGMTH.

MAJID MOTAVASSELI studierte Klavier an der Universität Teheran sowie Musiktheorie und Klavierpädagogik an der Kunstuniversität Graz und der Universität der Künste Berlin. Seit 2019 dissertiert er in Graz zum Thema Satzmodell- und toposbasierte Untersuchungen zu Struktur, Stilistik und Interpretation im Spätwerk Gustav Mahlers. Bis 2020 war er Doctoral Researcher im FWF-Projekt Performing, Experiencing and Theorizing Augmented Listening. Gegenwärtig ist Motavasseli als wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt Gleitende Tonhöhen auf klingenden Konsonanten sowie als Doctoral Researcher im FWF-Projekt Multiple Dimensions in Performances of Mahler’s Symphonies tätig. Seine Aufsätze zu Analyse und Interpretationsforschung sind in der Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie, in den Musik-Konzepten sowie den Nachrichten zur Mahler-Forschung erschienen.

JOHANNES QUINT studierte zuerst in Bonn Musikwissenschaft und Philosophie, später Komposition bei Günther Becker in Düsseldorf, dann bei Hans Zender in Frankfurt am Main. Daneben Musiktheoriestudium bei Friedrich Jaecker in Köln. Seine Arbeit wurde durch zahlreiche Preise, Stipendien und Kompositionsaufträge unterstützt, u.a. durch ein Stipendium der Hessischen Kulturstiftung (1992), ein Kompositionsstipendium des Berliner Senats (1994) und ein Arbeitsstipendium des Landes Bayern (Jahresaufenthalt in der Villa Concordia, Bamberg; 2000–2001). 1999 war er Preisträger beim Kompositionsseminar des Klangforums Wien in Boswil (Schweiz). Seine Werke wurden durch bedeutende Ensembles im Bereich Neue Musik aufgeführt und für den Rundfunk bzw. als CD produziert, u.a. durch das Ensemble Modern, das Klangforum Wien, die Musikfabrik NRW, die Neuen Vocalsolisten Stuttgart und das ohton-Ensemble, Oldenburg. Dirigenten waren u.a. Lothar Zagrosek, Vladimir Kiradjiev, Bernhard Kontarsky, Hans Zender und Jean-Philippe Wurtz. Johannes Quint lebt als freischaffender Komponist in Bonn und bekleidet seit 2009 eine Professur für Musiktheorie an der Musikhochschule Köln, Abteilung Aachen.

KILIAN SPRAU studierte Schulmusik, Musiktheorie, Klavier und Gehörbildung an der Hochschule für Musik und Theater München sowie am Mozarteum Salzburg. Im Zentrum seines Forschungsinteresses stehen Wechselwirkungen zwischen Musik und Sprache; sein vorrangiges Engagement in Theorie und Praxis gilt dem Kunstlied des 19. bis 21. Jahrhunderts. 2016 wurde er mit einer Dissertation zur zyklischen Liedkomposition um 1850 promoviert. Kilian Sprau ist Professor für Musiktheorie an der Universität der Künste Berlin. Seit April 2018 arbeitet er in einem eigenen, DFG-geförderten Forschungsprojekt zum Portamentogebrauch im spätromantischen Kunstliedgesang. Dem FWF-Projekt Performing, Experiencing and Theorizing Augmented Listening (PETAL) an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz war er 2017 bis 2020 als Associate Scientist verbunden. Von 2013 bis 2019 war er Mitherausgeber der ZGMTH.

CHRISTIAN UTZ studierte Komposition, Musiktheorie und Musikwissenschaft in Wien und Karlsruhe und erwarb das Doktorat (2000) und die Habilitation (2015) in Musikwissenschaft an der Universität Wien. Seit 2004 ist er Professor für Musiktheorie und Musikanalyse an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz und seit 2015 Privatdozent für Musikwissenschaft an der Universität Wien. Er leitet(e) die vom österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) finanzierten Forschungsprojekte Eine kontextsensitive Theorie post-tonaler Klangorganisation (CTPSO, 2012–2014), Augmented Listening: Aufführung, Hörerfahrung und Theoriebildung (PETAL, 2017–2020), Points of Discontinuity. Theory, Categorization, and Perception of Cadences and Openings in Post-tonal Music (PoD, 2021–2024) und Multiple Dimensions in Performances of Mahler’s Symphonies. Developing Resources on the History and Analysis of Mahler Performance (MMD, 2021–2024). Seine Monographien umfassen Neue Musik und Interkulturalität. Von John Cage bis Tan Dun (Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft, Bd. 51, Steiner, 2002) und Komponieren im Kontext der Globalisierung. Perspektiven für eine Musikgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts (transcript, 2014; revidierte und erweiterte englische Ausgabe: Musical Composition in the Context of Globalization. New Perspectives on Music History of the 20th and 21st Century, transcript 2021; https://doi.org/10.14361/9783839450956). Er war Mitherausgeber u. a. des Lexikon Neue Musik (Metzler/Bärenreiter, 2016; https://doi.org/10.1007/978-3-476-05624-5) sowie der Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie (ZGMTH, 2015–2020). Tätigkeit im Vorstand der Gesellschaft für Musiktheorie (2014–2018) und der Internationalen Gustav Mahler Gesellschaft (seit 2019).

EMMANOUIL (MANOLIS) VLITAKIS wurde 1967 in Griechenland geboren. In Athen, Berlin und Paris studierte er Komposition (Michail Travlos, Walter Zimmermann, Gösta Neuwirth, Gérard Grisey, Marco Stroppa), Musiktheorie (Hartmut Fladt, Jörg Mainka) und Instrumentation (Marc-André Dalbavie) und promovierte in Musikwissenschaft (Christian Martin Schmidt) mit einer Arbeit über Klang und Instrumentation in Kompositionen von Helmut Lachenmann, Pierre Boulez, György Ligeti und Gérard Grisey. Aufführungen und Kompositionsaufträge verbinden Vlitakis mit dem Ensemble Modern, dem Ensemble Mosaik, dem Thessaloniki State Symphony Orchestra u.a. Sein Werk wird durch strukturelles Denken gekennzeichnet, das durch die Spezifik des klanglichen Moments bedingt ist. Die Auseinandersetzung mit Sprache, Literatur und Philosophie bildet einen weiteren wichtigen Aspekt seines Komponierens. In seinen Schriften befasst sich Vlitakis, der einen dezidiert analytischen Ansatz verfolgt, mit dem Verhältnis von Klang/Instrumentation und Form, Musiktheorie und Komposition als auch mit Fragen interkulturellen Komponierens. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Musik des 20./21. Jahrhunderts. Vlitakis ist aktuell Gastprofessor für Komposition und Instrumentenkunde/Instrumentation an der Universität der Künste Berlin (Vertretung von Elena Mendoza) und Dozent für Musiktheorie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Zugleich ist er pädagogisch auch im Ausland tätig (CNSMD Paris, Staatskonservatorium in Tiflis/Georgien).