Zeitschrift
der Gesellschaft für Musiktheorie

13/1 (2016) – ISSN 1862-6742

Autorinnen und Autoren

CARLO BOSI promovierte 2004 mit der von Reinhard Strohm an der University of Oxford betreuten Dissertation The Secular Works of Du Fay and Binchois: Melody, Mode, Sonority, die 2013 unter dem Titel Emergence of Modality in Late Medieval Song: The Cases of Du Fay and Binchois im Verlag Königshausen & Neumann (Würzburg) erschien. Wissenschaftliche Aufenthalte (Postdocs) führten ihn an die Universitäten Jena-Weimar (2004/05) und Trondheim (2006/07), wo er Forschungsvorhaben zur Bearbeitung von Chanson-Zitaten und zu marianischen Offizien im spätmittelalterlichen Skandinavien realisierte. Anschließend folgte ein Research Fellowship an der City University London (2007/09). Seit 2010 findet seine wissenschaftliche Tätigkeit an der Universität Salzburg statt, zunächst im FWF-Projekt »Anleihe und Zitat monophoner Melodien um 1500« (Projektleiterin: Andrea Lindmayr-Brandl), dessen Fortsetzung (»Anleihe und Zitat monophoner Melodien in weltlicher und geistlicher Mehrstimmigkeit um 1500«) er seit 2014 persönlich leitet (http://chansonmelodies.sbg.ac.at). Weitere Forschungsinteressen sind Musik in der Philosophie von Giordano Bruno sowie frühe venezianische Libretti und deren zeitgenössische Literatur.

FELIX DIERGARTEN studierte zunächst Dirigieren, dann Musiktheorie in Dresden. An der Schola Cantorum Basiliensis absolvierte er ein Ergänzungsstudium in Theorie der Alten Musik. 2009 wurde er mit einer Arbeit über die Sinfonik Haydns promoviert. 2017 habilitierte er sich an der Universität Würzburg mit einer Arbeit über französischsprachige Liedsätze des 14. Jahrhunderts. 2008–2009 kam er einer Vertretungsdozentur an der Hochschule für Musik Luzern nach, der er nach wie vor als Dozent verbunden ist. 2009–2016 war er Professor für Historische Satzlehre an der Schola Cantorum Basiliensis. 2016 wurde er auf eine Professur für Musiktheorie und Musikwissenschaft an die Hochschule für Musik Freiburg berufen. Felix Diergarten war Stipendiat des Cusanuswerks, des Richard-Wagner-Verbandes und Preisträger des Merkur-Essaywettbewerbs 2008.

FLORIAN EDLER, geboren 1969 in Kiel, studierte in Berlin Schulmusik, Geschichte und Musiktheorie. 2009 wurde er an der dortigen Universität der Künste mit einer Arbeit über die Musikanschauung im Schumann-Kreis promoviert. Musiktheorie unterrichtete er von 2002 bis 2015 als Lehrbeauftragter an Musikhochschulen in Berlin, Bremen und Weimar sowie von 2013 bis 2015 als Verwalter einer Professur an der Hochschule Osnabrück. 2015 erfolgte die Berufung auf eine Professur für Musiktheorie an der Hochschule für Künste Bremen. Bisherige Publikationen beschäftigen sich mit Musiktheorie und -ästhetik des 17. bis 20. Jahrhunderts, darüber hinaus mit Gehörbildungsmethodik. Nebenberuflich tritt Edler gelegentlich als Pianist (Salonorchester) und Cembalist (Generalbass, Solokonzerte) auf, regelmäßig arrangiert er Unterhaltungsmusik für Sinfonieorchester.

COSIMA LINKE studierte Schulmusik, Germanistik und Musiktheorie in Freiburg. Seit 2012 unterrichtet sie als Lehrbeauftragte Musiktheorie an der Hochschule für Musik Freiburg, seit 2013 ist sie außerdem als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Musikwissenschaftlichen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg tätig. Ihre musikphilosophische Dissertation zum Verhältnis von Form in neuer Musik und ästhetischer Erfahrung im Ausgang von Theodor W. Adorno wurde im Oktober 2016 abgeschlossen und sie wurde im Juni 2017 promoviert. Ab Herbst 2017 unterrichtet sie Musiktheorie an der Hochschule für Musik Karlsruhe.

MAJID MOTAVASSELI, geboren 1984 im Iran, studierte zunächst an der Teheraner Universität Klavier. Seit 2011 studiert er an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Musiktheorie und Klavierpädagogik. 2016/17 absolvierte er ein Auslandsjahr an der Universität der Künste Berlin.

JOHANNES QUINT studierte zuerst in Bonn Musikwissenschaft und Philosophie, später Komposition bei Günther Becker in Düsseldorf, dann bei Hans Zender in Frankfurt am Main. Daneben Musiktheoriestudium bei Friedrich Jaecker in Köln. Seine Arbeit wurde durch zahlreiche Preise, Stipendien und Kompositionsaufträge unterstützt, u.a. durch ein Stipendium der Hessischen Kulturstiftung (1992), ein Kompositionsstipendium des Berliner Senats (1994) und ein Arbeitsstipendium des Landes Bayern (Jahresaufenthalt in der Villa Concordia, Bamberg; 2000–2001). 1999 war er Preisträger beim Kompositionsseminar des Klangforums Wien in Boswil (Schweiz). Seine Werke wurden durch bedeutende Ensembles im Bereich Neue Musik aufgeführt und für den Rundfunk bzw. als CD produziert, u.a. durch das Ensemble Modern, das Klangforum Wien, die Musikfabrik NRW, die Neuen Vocalsolisten Stuttgart und das ohton-Ensemble, Oldenburg. Dirigenten waren u.a. Lothar Zagrosek, Vladimir Kiradjiev, Bernhard Kontarsky, Hans Zender und Jean-Philippe Wurtz. Johannes Quint lebt als freischaffender Komponist in Bonn und bekleidet seit 2009 eine Professur für Musiktheorie an der Musikhochschule Köln, Abteilung Aachen.

KILIAN SPRAU studierte Schulmusik, Musiktheorie, Klavier und Gehörbildung an der Hochschule für Musik und Theater München sowie am Mozarteum Salzburg. Im Zentrum seines Forschungsinteresses stehen Wechselwirkungen zwischen Musik und Sprache; sein vorrangiges Engagement in Theorie und Praxis gilt dem Kunstlied des 19. bis 21. Jahrhunderts. 2016 wurde er mit einer Dissertation zur zyklischen Liedkomposition um 1850 promoviert. Kilian Sprau erfüllt eine Dozentur für Musiktheorie und Gehörbildung an der Universität Augsburg und Lehraufträge an der Musikhochschule München und der Folkwang Universität Essen. Seit 2013 ist er Mitherausgeber der ZGMTH.

CHRISTIAN UTZ ist Professor für Musiktheorie und Musikanalyse an der Kunstuniversität Graz und Privatdozent für Musikwissenschaft an der Universität Wien. Er lehrte außerdem Musikwissenschaft und Komposition an den Universitäten in Graz, Klagenfurt, Tokyo und Hsinchu/Taiwan. Utz studierte Komposition, Musiktheorie, Musikwissenschaft und Klavier in Wien und Karlsruhe. Promotion (2000) und Habilitation (2015) an der Universität Wien. Er leitet(e) die vom österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) finanzierten Forschungsprojekte Eine kontextsensitive Theorie post-tonaler Klangorganisation (CTPSO, 2012–2014; http://ctpso.kug.ac.at) und Augmented Listening: Aufführung, Hörerfahrung und Theoriebildung (PETAL, 2017–2020; http://petal.kug.ac.at). Seine Forschungsschwerpunkte sind Geschichte und Theorie der Musikwahrnehmung, das Verhältnis von Analyse und Aufführung/Performance, Ästhetik und Theorie von Stimme und Vokalmusik, interkulturelle Musikgeschichte. Monographien: Neue Musik und Interkulturalität. Von John Cage bis Tan Dun (Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft 51, Steiner, 2002); Komponieren im Kontext der Globalisierung. Perspektiven für eine Musikgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts (transcript, 2014), Bewegungen im Klang-Zeit-Raum. Zur performativen Analyse und Wahrnehmung posttonaler Musik und ihren historischen Voraussetzungen (Olms, 2018, in Vorbereitung). Utz war bzw. ist Mitherausgeber der Schriftenreihe musik.theorien der gegenwart (Pfau, sechs Bände 2007–2013), des Lexikon der Systematischen Musikwissenschaft (Laaber, 2010), des Lexikon Neue Musik (Metzler/Bärenreiter, 2016) sowie der Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie (ZGMTH, seit 2015). Christian Utz ist auch als Komponist hervorgetreten (Portrait-CDs Site, Composers’ Art Label 2002; transformed, Spektral Records, 2008). https://kug.academia.edu/ChristianUtz

EMMANOUIL (MANOLIS) VLITAKIS wurde 1967 in Griechenland geboren. In Athen, Berlin und Paris studierte er Komposition (Michail Travlos, Walter Zimmermann, Gösta Neuwirth, Gérard Grisey, Marco Stroppa), Musiktheorie (Hartmut Fladt, Jörg Mainka) und Instrumentation (Marc-André Dalbavie) und promovierte in Musikwissenschaft (Christian Martin Schmidt) mit einer Arbeit über Klang und Instrumentation in Kompositionen von Helmut Lachenmann, Pierre Boulez, György Ligeti und Gérard Grisey. Aufführungen und Kompositionsaufträge verbinden Vlitakis mit dem Ensemble Modern, dem Ensemble Mosaik, dem Thessaloniki State Symphony Orchestra u.a. Sein Werk wird durch strukturelles Denken gekennzeichnet, das durch die Spezifik des klanglichen Moments bedingt ist. Die Auseinandersetzung mit Sprache, Literatur und Philosophie bildet einen weiteren wichtigen Aspekt seines Komponierens. In seinen Schriften befasst sich Vlitakis, der einen dezidiert analytischen Ansatz verfolgt, mit dem Verhältnis von Klang/Instrumentation und Form, Musiktheorie und Komposition als auch mit Fragen interkulturellen Komponierens. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Musik des 20./21. Jahrhunderts. Vlitakis ist aktuell Gastprofessor für Komposition und Instrumentenkunde/Instrumentation an der Universität der Künste Berlin (Vertretung von Elena Mendoza) und Dozent für Musiktheorie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Zugleich ist er pädagogisch auch im Ausland tätig (CNSMD Paris, Staatskonservatorium in Tiflis/Georgien).