Zeitschrift
der Gesellschaft für Musiktheorie

12/2 (2015) – ISSN 1862-6742

Autorinnen und Autoren

ELENA CHERNOVA, geb. 1985 in Wolgograd (Russland), studierte seit 2010 Musiktheorie an der Hochschule für Künste Wolgograd (jetzt: Wolgograder Konservatorium). Ihr Zweitstudium in Historischer Musikwissenschaft absolvierte sie 2011 an der Universität Regensburg mit einer analytischen Masterarbeit zum Thema „Drei Klaviersonaten aus dem Jahre 1907: An den Grenzen der Tonalität (Rachmaninov op.28 – Skrjabin op.53 – Berg op.1)“. Anschließend begann ihr aktuell laufendes Promotionsprojekt über die russische orthodoxe Nachtwache. Seit 2012 ist sie Lehrbeauftragte für Musiktheorie der Universität Regensburg. 2015 erhielt sie das Promotionsstipendium der Bayerischen Förderung „Frauen in Forschung und Lehre.“ Ihre Interessenschwerpunkte liegen auf verschiedenen Aspekten der russischen und europäischen Musik: Harmonik und Kompositionstechniken der Spätromantik, zeitgenössische Musiktheorie, historische analytische Ansätze, Theorie und Geschichte liturgischer Gattungen der russischen orthodoxen Musik.

ULRICH KAISER studierte an der Hochschule der Künste Berlin Chorleitung, Gesang/Musiktheater, Musiktheorie sowie Gehörbildung. Seit 1987 unterrichtete er an verschiedenen Institutionen (Musikschule Berlin-Wilmersdorf, Evangelische Kirchenmusikschule Berlin-Spandau, Hochschule der Künste Berlin) und arbeitete als freiberuflicher Chorleiter und Sänger. 1997 folgte Ulrich Kaiser einem Ruf als Professor für Musiktheorie an die Hochschule für Musik und Theater München. 2006 wurde er mit einer Arbeit über Wolfgang Amadeus Mozart im Fach Musikwissenschaft promoviert. Bekannt wurde Ulrich Kaiser durch seine Buchpublikationen, Unterrichtshefte und Fortbildungstätigkeiten. Nach langjähriger und intensiver Zusammenarbeit mit namhaften Verlagen (Bärenreiter, Klett) hat er sich seit 2009 zur Veröffentlichung von OpenBooks (http://www.musik-openbooks.de/) zur Musik unter Creative-Commons-Lizenz (http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/) entschieden, ein weiterer Interessenschwerpunkt ist die Entwicklung von Software für den Musikunterricht.

MICHAEL KOCH studierte 2004–2010 am Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Universität Paderborn Musikwissenschaft mit den Nebenfächern Philosophie und Neuere Deutsche Literatur (Magister 2010 mit einer Arbeit über Lyrik und Vertonung im Klavierlied der Zweiten Wiener Schule). Anschließend studierte er Musiktheorie und Gehörbildung an der Hochschule für Musik Detmold (Bachelor of Music 2014) bei Susan Lempert, Siegfried Schmitt und Ursula Rost mit dem instrumentalen Hauptfach Klavier bei Matthias Petersen. Seit 2015 studiert er im Masterstudiengang Integrative Musiktheorie an der Folkwang Universität der Künste bei Prof. Dr. Markus Roth. Seit 2014 ist er Lehrbeauftragter für Musiktheorie/Tonsatz am Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn.

CHRISTOPH PRENDL studierte Cembalo und Viola da Gamba an der Bruckner-Universität Linz, sowie Viola da Gamba und frühe Streichinstrumente sowie Musiktheorie (Masters) an der Schola Cantorum Basiliensis. Rege internationale Tätigkeit als Cembalist und Gambist, u.a. mit The Earle His Viols und Les Cornets Noirs. 2011 Sonderpreis für die beste Ausführung stilgerechter eigener Verzierungen beim Internationalen Telemann-Wettbewerb in Magdeburg. Darüber hinaus Aufführungen der Neuen Musik, zuletzt mit dem Ensemble Modern in Frankfurt a.M. und Köln mit Uraufführungen von Werken von Vito Žuraj. Zurzeit arbeitet Prendl an der Universität Würzburg an einer Dissertation über die österreichische Musiktheorie im 17. Jahrhundert. Außerdem unterrichtet er Musiktheorie an den Staatlichen Hochschulen für Musik in Mannheim und Trossingen.

HANS PETER REUTTER studierte Komposition bei György Ligeti sowie Theorie u.a. bei Wolfgang - A. Schultz, Christoph Hohlfeld und Christian Möllers. Aufführungen u.a. auf Festivals in Amsterdam, Donaueschingen, Graz. Hans Peter Reutter ist Mitbegründer des Hamburger Ensembles Chaosma, das sich zum Ziel gesetzt hat, einerseits mit neuen Techniken wie Mikrotonalität und Polyrhythmik zu arbeiten, andererseits aber durch Einbeziehung von Pop, Jazz, mittelalterlicher, afrikanischer und anderer außereuropäischer Musik ein Publikum wieder direkt anzusprechen. Nach Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und dem Hamburger Konservatorium wurde er 2005 als Professor für Musiktheorie an die Robert Schumann Hochschule Düsseldorf berufen. Außerdem Kabarettist mit bundesweiter Aufführungstätigkeit (Emmi & Bertie, Monty Arnold, Poppschutz mit Thorsten Saleina, Käthe Lachmann).

ULLRICH SCHEIDELER, geboren 1964, Studium u.a. der Musikwissenschaft und Musiktheorie in Berlin (Technische Universität, Hochschule der Künste) und London (Royal Holloway College). Magister 1993 mit einer Arbeit über Alban Bergs Streichquartett op. 3, Promotion 2006 mit einer Arbeit über kompositorischen Historismus in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1995–2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Arnold Schönberg Gesamtausgabe, seit 2005 Dozent für Musiktheorie am musikwissenschaftlichen Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin.

KILIAN SPRAU studierte Schulmusik, Musiktheorie, Klavier und Gehörbildung an der Hochschule für Musik und Theater München sowie am Mozarteum Salzburg. Im Zentrum seines Forschungsinteresses stehen Wechselwirkungen zwischen Musik und Sprache; sein vorrangiges Engagement in Theorie und Praxis gilt dem Kunstlied des 19.–21. Jahrhunderts. 2016 wurde er mit einer Dissertation zur zyklischen Liedkomposition um 1850 promoviert. Kilian Sprau erfüllt eine Dozentur für Musiktheorie und Gehörbildung an der Universität Augsburg und Lehraufträge in denselben Fächern sowie Korrepetition an der Musikhochschule München. Er ist außerdem als konzertierender Liedbegleiter tätig. Seit 2013 ist er Mitherausgeber der ZGMTH.

KATHARINA THALMANN, geboren 1993 in Basel, studierte von 2011 bis 2014 Klavier bei Yvonne Lang an der Hochschule Luzern – Musik. Ebenda studiert sie aktuell Musiktheorie im Masterstudiengang. Das Studienjahr 2015/2016 verbrachte sie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo sie bei Gesine Schröder studierte. Klavier- und Kammermusikkurse bei Ivan Klansky und dem Guarneri Trio Prag begleiten ihre Ausbildung. Sie ist freie Mitarbeiterin des Luzerner Kulturmagazins 041 sowie der Neuen Luzerner Zeitung. 2013 bis 2014 arbeitete sie bei der Lucerne Festival Academy und engagiert sich seither vermehrt in den Bereichen Musik- und Kulturmanagement. Ihre Maturaarbeit Das 20. Jahrhundert in Text und Musik – ein Annäherungsversuch wurde 2010 mit dem Preis für die beste Maturaarbeit ausgezeichnet.

CHRISTIAN UTZ ist Professor für Musiktheorie und Musikanalyse an der Kunstuniversität Graz und Privatdozent für Musikwissenschaft an der Universität Wien. Er lehrte außerdem Musikwissenschaft und Komposition an den Universitäten in Graz, Klagenfurt, Tokyo und Hsinchu/Taiwan. Utz studierte Komposition, Musiktheorie, Musikwissenschaft und Klavier in Wien und Karlsruhe. Promotion (2000) und Habilitation (2015) an der Universität Wien. Er leitet(e) die vom österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) finanzierten Forschungsprojekte Eine kontextsensitive Theorie post-tonaler Klangorganisation (CTPSO, 2012–2014; http://ctpso.kug.ac.at) und Augmented Listening: Aufführung, Hörerfahrung und Theoriebildung (PETAL, 2017–2020; http://petal.kug.ac.at). Seine Forschungsschwerpunkte sind Geschichte und Theorie der Musikwahrnehmung, das Verhältnis von Analyse und Aufführung/Performance, Ästhetik und Theorie von Stimme und Vokalmusik, interkulturelle Musikgeschichte. Monographien: Neue Musik und Interkulturalität. Von John Cage bis Tan Dun (Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft 51, Steiner, 2002); Komponieren im Kontext der Globalisierung. Perspektiven für eine Musikgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts (transcript, 2014), Bewegungen im Klang-Zeit-Raum. Zur performativen Analyse und Wahrnehmung posttonaler Musik und ihren historischen Voraussetzungen (Olms, 2018, in Vorbereitung). Utz war bzw. ist Mitherausgeber der Schriftenreihe musik.theorien der gegenwart (Pfau, sechs Bände 2007–2013), des Lexikon der Systematischen Musikwissenschaft (Laaber, 2010), des Lexikon Neue Musik (Metzler/Bärenreiter, 2016) sowie der Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie (ZGMTH, seit 2015). Christian Utz ist auch als Komponist hervorgetreten (Portrait-CDs Site, Composers’ Art Label 2002; transformed, Spektral Records, 2008). https://kug.academia.edu/ChristianUtz

ROBERTA VIDIC, geboren 1987 in Italien, studierte zunächst Harfe in Italien (Diplom 2005) und dann in München bei Prof. Cristina Bianchi (künst. Diplom 2011), anschließend Musiktheorie in Hamburg bei Prof. Reinhard Bahr (BA 2014) und zusätzlich bei Prof. Halvor Gotsch (MA 2016). BA-Arbeit über den Streit um die Molltonart zwischen F.A. Vallotti und F.A. Calegari, MA-Arbeit zur Gattungsanalyse Fantasie/Potpourri im brillanten Stil. Konferenzbeiträge in Agrigento (6th Meeting of MOISA, 2013), Tallinn (7th ICMT, 2014), Leuven (8th EuroMAC, 2014) und Genf (14. GMTH-Kongress, 2014). Publikationen über die paduanische Scuola dei rivolti.

BENJAMIN VOGELS ist derzeit Senior Lecturer für Musiktheorie an der Kunstuniversität Graz. Nach dem Abschluss seiner Studien in Komposition und Musiktheorie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien verbrachte er ein Forschungsjahr an der New York University und der Harvard University. Anschließend unterrichtete er in Wien Musikanalyse und Formenlehre. In den Jahren 2014 und 2016 war er als Gastdozent an der Hochschule Luzern – Musik tätig. Benjamin Vogels promoviert derzeit über das Thema »Politische Musik nach 1989«. Zu diesem wie auch zu anderen Themen hat er bei Konferenzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgetragen.

MELANIE WALD-FUHRMANN, geboren 1979, ist Direktorin der Abteilung Musik am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt a.M. Sie studierte Musikwissenschaft und griechische Philologie. Von 2003 bis 2010 arbeitete sie als Assistentin am musikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich, wo auch Promotion (2005) und Habilitation (2009) erfolgten. Danach Professuren für Musikwissenschaft an der Musikhochschule Lübeck (2010/11) und der Humboldt-Universität zu Berlin (2011–2013). Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören (historische) Musiktheorie und Musikästhetik sowie Fragen zu Musik und Bedeutung.

FELIX WÖRNER, Dozent am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Basel und Koordinator des von der Universität Basel, der Musikhochschule Basel und der Schola Cantorum Basiliensis getragenen Projekts »Musikwissen«, wurde mit der Arbeit »…was die Methode der ›12-Ton-Komposition‹ alles zeitigt…« Anton Weberns Aneignung der Zwölftontechnik 1924–1935 (Bern, 2003) promoviert. Nach einem von der AvH-Stiftung finanzierten Forschungsaufenthalt an der Stanford University lehrte er 2006–2012 als Assistant Professor of Music an der University of North Carolina at Chapel Hill. Veröffentlichungen hauptsächlich zur Musik der Zweiten Wiener Schule und zur Musiktheorie und Musikästhetik nach 1750. Zuletzt erschienen Tonality Since 1950 (hg. mit Ullrich Scheideler und Philip Rupprecht, Stuttgart 2017) und (hg. mit Ullrich Scheideler) Musiktheorie von der Antike bis zur Gegenwart (= Lexikon Schriften über Musik 1), Kassel und Stuttgart 2017. Seit 2013 Mitherausgeber der ZGMTH.