Editorial

Die vorliegende, thematisch ungebundene Ausgabe der Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie präsentiert eine farbige Vielfalt an Inhalten:

Der Freiburger Musiktheoretiker Florian Vogt setzt sich mit Otto Vrieslanders unveröffentlichtem Kommentar zu Schenkers Harmonielehre auseinander und deutet ihn als Versuch, die zentralen Aspekte der Harmonielehre »pädagogisch fruchtbar zu machen«. Der Komponist Johannes Quint nähert sich der Musik Chopins aus der Perspektive der »New York School« und versucht, die »Magie des Klanges« in Chopins Prélude op. 28, Nr. 2 als dialektisches Ineinandergreifen unterschiedlicher kompositorischer Parameter technisch greifbar zu machen. Der Kurth-Forscher Wolfgang Krebs behandelt das Verhältnis von Kurthscher Psychodynamik und Freudscher Psychoanalyse und diskutiert Beispiele aus Richard Strauss’ Die Frau ohne Schatten und Korngolds Violanta im Lichte dieser Fragestellung. Rudolf Kotz betrachtet eingehend die lange und verwickelte Entstehungsgeschichte von Beethovens Klavierkonzert B-Dur op. 19, die er als kompositorischen Weg hin zu einem ›integralen‹ Komponieren darstellt. Johannes Menke unterzieht Randolph G. Eicherts Kontrapunktische Satztechniken im 18. Jahrhundert einer kritischen Lektüre und Christine Kierakiewitz berichtet vom Leipziger Calvisius-Kongreß. Doris Geller beschreibt in einem Reisebericht ihre Erfahrungen mit der professionellen Gehörbildung in Australien und gibt in unserer Rubrik »Kolumne« ihre ganz persönliche Leseempfehlung.

Ich danke den Autoren für ihr Engagement und ihre Geduld allen großen und kleinen Eingriffen gegenüber. Mit dieser Ausgabe beende ich meine Tätigkeit als Herausgeber der ZGMTH. Ich danke den Mitherausgebern Oliver Schwab-Felisch und Stefan Rohringer für ein immer kollegiales Miteinander und wünsche ihnen und allen zukünftigen Herausgebern eine weiterhin erfolgreiche Arbeit. Der ZGMTH schließlich wünsche ich den durchschlagenden Erfolg, den sie verdient.

Freiburg, im Januar 2007

Ludwig Holtmeier