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12. Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH) 
an der Folkwang Universität der Künste Essen

Musiktheorie und Komposition

5.-7. Oktober 2012
Alte Abtei, Essen-Werden
Kongressleitung: Prof. Dr. Markus Roth, Prof. Matthias Schlothfeldt

Call for Papers

Sektionen:

  1. Gegenwärtige kompositorische Praxis und auf sie bezogene Theoriebildung
  2. Historische Kompositionslehren und ihre Methoden
  3. Kompositionspädagogik und Didaktik der Musiktheorie
  4. Instrumentation, Arrangement, Bearbeitung
  5. Freie Beiträge

Konferenzsprachen und Sprachen der Abstracts: Deutsch und Englisch.

Bitte reichen Sie Ihre Abstracts (max. 2000 Zeichen, bitte keine Notenbeispiele) bis spätestens 1. Mai 2012 über das Formular Beitragsanmeldung auf der Website der GMTH ein.

Kontakt:

Prof. Dr. Markus Roth und Prof. Matthias Schlothfeldt
Folkwang Universität der Künste: www.folkwang-uni.de

Weitere Informationen (PDF-Version des Call for Papers) finden Sie hier.


Erläuterungen zu den geplanten Sektionen:

An der Folkwang Universität der Künste ist Musiktheorie traditionell stark zur Schnittstelle Komposition hin orientiert – Grund genug, die Frage nach dem Verhältnis beider Disziplinen ins Zentrum des XII. Jahreskongresses der Gesellschaft für Musiktheorie zu rücken. Das Leitthema »Musiktheorie und Komposition« lässt sich auf verschiedene Weise konkretisieren. Um dem zuweilen gegenüber der Musiktheorie geäußerten Vorwurf entgegenzutreten, nur einen allzu schmalen Kanon historischer Stile in den Blick zu nehmen, soll auf dem Kongress die musikalische Gegenwart – und auf sie bezogene Theoriebildung – in ihrer ganzen (unüberschaubaren) Vielfalt in den Blick geraten. Darüber hinaus wirft das Kongressthema grundsätzliche, die gegenwärtige Lehre betreffende Fragen auf: Die Verbindung von wissenschaftlicher Reflexion und kreativer Aneignung von Kompositionstechniken steht im Zentrum musiktheoretischer Unterrichtsfächer. Dementsprechend weit soll der Begriff Komposition im Kongressthema gefasst sein und auch die Bereiche Instrumentieren und Arrangieren sowie verschiedene Formen der Bearbeitung älterer Musik einschließen. Auf den Aspekt des analytischen oderkompositorischen Bearbeitens wird sich auch ein (von der Kongressleitung ausgeschriebener) künstlerisch-praktischer Nachwuchswettbewerb beziehen; prämierte Stücke sollen im Rahmen des Kongresses zur Aufführung kommen. (Näheres zum Wettbewerb in Kürze unter http://www.gmth.de/wettbewerbe.aspx) – Mit dem Bereich der Kompositionspädagogik soll der Kongress um aktuelle didaktische undmusikpädagogische Fragen erweitert werden und sich erstmals in einer eigenen Sektion mit Aspekten einer Didaktik der Musiktheorie beschäftigen.


Sektion 1: Gegenwärtige kompositorische Praxis und auf sie bezogene Theoriebildung

Begreift man Musiktheorie im engeren Sinne als Lehre von der historischen Komposition, so kann sie sich nur auf stilistisch bzw. handwerklich bereits Verfestigtes beziehen. Doch lässt die Musik der Gegenwart Theoriebildung nach diesem traditionellen Verständnis überhaupt zu? Auf welche Weise sind kompositorisches und musiktheoretisches Handeln aufeinander bezogen? Gibt es Ansätze zu einer Theorie der musikalischen Phänomene, die sich auf die aktuelle Praxis bezieht und sich nicht etwa auf die Anwendung der von den Komponistinnen und Komponisten selbst geprägten Begriffe beschränkt? Vor diesem gedanklichen Hintergrund soll in dieser Sektion das Verhältnis von Theoriebildung und gegenwärtiger kompositorischer Praxis aus verschiedenen Perspektiven und mit Blick auf ganz unterschiedliche Bereiche der Gegenwartsmusik erörtert werden. Und es kann – gleichsam in umgekehrter Perspektive – der Frage nachgegangen werden, welche Rolle der Rekurs auf traditionelle Satztechniken in der zeitgenössischen Kompositionspraxis spielt.


Sektion 2: Historische Kompositionslehren und ihre Methoden

Es erscheint heute beinahe selbstverständlich, historische Quellen in die Lehre einzubeziehen und im Unterricht einen flexiblen Methodenpluralismus zu praktizieren. Bei näherem Hinsehen verbergen sich unter dem vagen Obergriff der historischen Musiktheorie allerdings ganz unterschiedliche ›Schulen‹, Richtungen und Denkansätze. In dieser historisch orientierten Sektion soll deshalb die ganze Vielfalt historischer Kompositionslehren in den Blick genommen und über ihre Relevanz für den heutigen Unterricht nachgedacht werden. Welchen Vorteil kann es (z. B. aus analytischer oder aus pädagogischer Perspektive) haben, ihrer Terminologie und Methodik zu folgen?
Lassen sich einzelne Aspekte scheinbar unvereinbarer Denkweisen gewinnbringend verbinden? Auf welche Weise lassen sich neuere systematische Ansätze historisch ›unterfüttern‹? Unter diesen Vorzeichen gilt es, bekannte und weniger bekannte historische Quellen im Spannungsfeld zwischen Theoriebildung und ›Anleitung zur Komposition‹ zu verorten und dabei auch über Aspekte ›schriftloser Kompositionslehre‹ nachzudenken. Die Frage, wie alt Musik sein muss, um theoriewürdig zu werden, wird sich gleichwohl auch in dieser Sektion stellen. 


Sektion 3: Kompositionspädagogik und Didaktik der Musiktheorie

In den letzten Jahren fanden kompositionspädagogische Projekte in großer Anzahl statt, wurden neue Entwicklungen und Konzepte in Symposien und Gesprächszirkeln diskutiert: Kompositionspädagogik, so scheint uns, ist derzeit ein hochaktuelles Thema. Dass die jüngsten Initiativen auch von Vertretern der Musiktheorie mit angestoßen und geprägt werden, hat Gründe. Zum einen ist es erklärtes Ziel des Unterrichts in musiktheoretischen Fächern, dass dort satztechnische Erfahrungen und kompositionsgeschichtliche Kenntnisse erworben werden; Komponieren – nicht bloß im Sinne von Stilübungen – ist hier probate Methode des Unterrichts. Zum anderen werden all die Studierenden in musiktheoretischen Fächern unterrichtet, die später an Schulen, Musikschulen und Hochschulen beruflich tätig sind – also an jenen Institutionen, in die hinein die Initiativen ihre Wirkung entfalten sollen, da an ihnen Komponieren sinnvoll eingebracht werden kann. An der Folkwang Universität der Künste wird der Versuch unternommen, kompositionspädagogische Fragen im Rahmen des Fachs Didaktik der Musiktheorie zu erörtern, das u. a. in Lehramtstudiengängen verankert ist. In dieser Sektion sollen daher aktuelle kompositionspädagogische Ansätze vorgestellt und dabei über das Selbstverständnis der Musiktheorie als pädagogischer Disziplin nachgedacht werden. Erstmals in der Geschichte der Kongresse der GMTH ist damit eine Sektion einem Aspekt des Fachs Didaktik der Musiktheorie gewidmet. Die Sektion ist außerdem offen für weitere Ansätze und Erfahrungen, die im Zusammenhang mit einer auf die Musiktheorie bezogenen Didaktik stehen. Dabei kann aktuelle Musik als Gegenstand der Analyse, des Tonsatzunterrichts und auch der Gehörbildung in den Blick kommen und z. B. methodischen Fragen nachgegangen werden, die sich in diesem Zusammenhang stellen. 


Sektion 4: Instrumentation, Arrangement, Bearbeitung

Seit jeher gilt das Fach Instrumentation als besondere „Schule musikalischer Sinnlichkeit“ (Bernd Redmann). Den Begriffen Instrumentation und Arrangement kommt im Jazz gar ein höherer Stellenwert zu als dem der Komposition. Im Zusammenhang jüngerer Bestrebungen, neue Potentiale abseits der traditionellen Kernbereiche zu erschließen und auch Neue Medien in den Unterricht gewinnbringend einzubeziehen, kommt dem weiten Themenkomplex Instrumentation - Arrangement - Bearbeitung vielerorts große Aufmerksamkeit zu.
Diese Sektion ist der Lehre in Zusammenhang mit den genannten Bereichen gewidmet. ›Klassische Instrumentationslehren‹ finden hier ebenso einen Platz wie der Jazz und popularmusikalische Stilistiken. Pädagogische Fragen, die gerade in Bezug auf das Einbeziehen von Jazz und Popularmusik bestehen, können hier erörtert werden; aber auch die Frage, inwieweit die Praxis der Bearbeitung – ›analytische Instrumentation‹ und ›kompositorische Bearbeitung‹ eingeschlossen – dem Theorieunterricht neue Impulse geben kann. Workshop-Angebote, die das Themenfeld aus praktischer Perspektive beleuchten, sind ausdrücklich erwünscht.


Sektion 5: Freie Beiträge

Keine Vorgaben.