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Fachgemeinschaft Hörerziehung-Gehörbildung

Wer sind wir?

Die FHG (Fachgemeinschaft Hörerziehung-Gehörbildung) ist eine Sektion der GMTH (Deutsche Gesellschaft für Musiktheorie) und beschäftigt sich speziell mit allen Belangen des Faches Gehörbildung. Die Mitglieder sind engagierte Gehörbildungslehrer an verschiedenen deutschen Musikhochschulen. Die Leitung hat zur Zeit Prof. Doris Geller (gellerdoris@aol.com). Die FHG trifft sich jährlich zu einem Arbeitstreffen.

Was sind unsere Aufgaben und Ziele?

  • Betonung der Eigenständigkeit des Faches Gehörbildung, welches ­ noch mehr als die Musiktheorie ­ bisher als Zubringer für andere Fächer verstanden wurde
  • Stärkung des Faches Gehörbildung gegenüber den Hochschulvertretern der »künstlerischen« Fächer, gegenüber den Hochschulleitungen und den ihnen übergeordneten politischen Gremien, gegenüber der Öffentlichkeit
    Vertretung der Interessen der Mitglieder
  • Austausch über die Situation des Faches an den deutschen Hochschulen
  • Diskussion von Fachinhalten und Methoden
  • Bildung einer Anlaufstelle für Interessierte, die sich über das Fach informieren möchten, wie z. B. Studienbewerber

Die aktuelle Mitgliederliste kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: FHG Mitgliederliste (PDF)

Positionspapier 1 zum Hochschulfach Gehörbildung

Die Fähigkeit des professionellen, hoch differenzierten Hörens ist die zentrale Voraussetzung für die Ausübung des Musikerberufs, sowohl im Hinblick auf das eigene Spiel als auch auf das Zusammenspiel mit anderen. Das professionell geschulte Gehör ist außerdem eine unverzichtbare Voraussetzung für jeden Musiker, der andere ausbildet und anleitet, wie z. B. den Gesangs- und Instrumentalpädagogen, den Schulmusiker, den Kirchenmusiker sowie den Chor- und Orchesterleiter. Die Entwicklung dieser Fähigkeit findet im Fach Gehörbildung statt. Damit ist die Gehörbildung ein Kernfach der Musikausbildung.

In der Gehörbildung werden die beim musikalischen Hören stattfindenden Prozesse bewusst gemacht und weiter entwickelt. Musikalische Wahrnehmung und musikalische Vorstellung werden trainiert und mit Hilfe spezieller Techniken so weit verbessert, dass daraus für andere Fächer eine Verbesserung der Arbeitsergebnisse resultiert. Dies zeigt sich in den Bereichen Blattspiel, Blattsingen, Intonation, Auswendigspiel und Improvisation sowie in der Praxis des eigenen Unterrichtens. Insbesondere aber strahlt die Gehörbildung auf den Unterricht im instrumentalen bzw. vokalen Hauptfach aus, indem sie die hörende Selbstkontrolle fördert, die Fähigkeit der inneren Vorstellung entwickelt und zum Verstehen der musikalischen Strukturen beiträgt.

Auch in der künstlerischen Reflexion über Musikwerke schult die Gehörbildung, dabei vor allem die Höranalyse, den werdenden Musiker. In enger Verbindung mit der Musiktheorie ermöglicht die professionell ausgebildete auditive Vorstellung das hörende Verstehen komplexer theoretischer und ästhetischer Gesichtspunkte. Erst dadurch werden das Verständnis des Musikwerks und dessen künstlerisch angemessene Interpretation in all ihren Dimensionen möglich. Musiktheoretische Reflexion, Gehörbildung und musikalische Praxis bedingen und ergänzen sich gegenseitig.

Positionspapier 2 zum Hochschulfach Gehörbildung

KOMPETENZEN DURCH GEHÖRBILDUNG
= Erwerb/Entfaltung/Training von

A

handwerklichen Kompetenzen (Grundlagen des Musizierens)

  • innere Klang- und Rhythmusvorstellung
  • musikalisches Gedächtnis
  • rhythmisch-metrische Sicherheit und Präzision
  • Intonationssicherheit
  • professionelle Eigenkontrolle im Hinblick auf Rhythmik, Intervallik, Intonation, Melodiegestalt, Harmonik und Satzstruktur
  • professionelle Selbsteinordnung in Ensemble, Chor oder Orchester

B

ästhetischen Kompetenzen (Interpretation)

  • Intonationssicherheit
  • differenzierte Wahrnehmung der musikalischen Einzelparameter in ihrer strukturellen wie qualitativen Bedeutung für das Musikwerk und für die eigene Interpretation
  • differenzierte Werk-Analyse vom Hören her – mit den Aspekten Epoche, Gattung, Komponist und Werkindividualität - als Voraussetzung des Werkverständnisses und der eigenen professionellen Erarbeitung von Musikwerken
  • differenzierte Interpretations-Analyse vom Hören her - mit den Aspekten Werktreue, Klarheit der Form, Plastizität der inneren Strukturen, Plastizität des Ausdrucks - als Voraussetzung eigener Interpretations-Erarbeitung und Interpretations-Kritik
  • Anwendung und Vernetzung der oft unverbunden nebeneinander stehenden Einzelkenntnisse aus den Fächern Musiktheorie, Musikgeschichte, Formenlehre und Instrumentenkunde

C

pädagogischen Kompetenzen (Lehre, Leitung, Vermittlung)

  • Intonationssicherheit
  • professionelle Kontroll- und Korrekturfähigkeit im Hinblick auf Rhythmik, Intervallik, Intonation, Artikulation, Dynamik, Harmonik und Satzstruktur
  • professionelle Hörkontrolle bei der Leitung vielstimmiger Ensembles
  • Improvisations-Fähigkeit zur Veranschaulichung rhythmischer, melodischer oder harmonischer Muster
  • differenzierte Erfahrung und Kenntnis unterschiedlicher Methoden, gehörte Musik künstlerisch zu erschließen und verbal/schriftlich/graphisch zu dokumentieren

 

Professional Society of Ear Training

Who are we?

The Professional Society of Ear Training (FHG, Fachgemeinschaft Hörerziehung-Gehörbildung) is a section of the GMTH (German Society of Music Theory) and deals with all aspects of Ear Training and related subjects. Its members are active ear training teachers at various conservatories and music schools at institutions of higher education. The current head of the organisation is Hervé Laclau (laclau@hfm-detmold.de). The FHG meets twice a year for working sessions.

What are our tasks and goals?

  • Emphasis on Ear Training as an autonomous discipline which even more than music theory is mostly seen as a service discipline
  • Giving stronger representation tom the discipline of ear training vis-à-vis the representatives of the applied fields, the faculty governing bodies, the university and college administrations and their supervising political entities as well as the public
  • Representing the interest of the members
  • Exchanges of opinions regarding the field at German institutions of higher learning
  • Discussions of course content and methods of instruction
  • A forum for those interested in the field, as for example college applicants

Ein Fragebogen zum Hören der Musikerinnen und Musiker.

Anhang zum Beitrag Ein Fragebogen über das Gehör der Musiker und Musikerinnen von Catherine Fourcassié und Violaine de Larminat, in: Musiktheorie zwischen Historie und Systematik. Erster Kongress der Deutschen Gesellschaft für Musiktheorie Dresden 2001, hg. von Ludwig Holtmeier, Michael Polth und Felix Diergarten, Augsburg 2004, S. 204–208.

Zum Fragebogen (pdf-Datei)